ÖsterreichUngarn
Österreich-Ungarn

Königreich Böhmen

Österreich-Ungarn 1867-1918: Königreich Böhmen

Böhmen hatte eine Fläche von 51.947 km² und im Jahr 1914 6.680.000 Einwohner.
Die Hauptstadt Böhmens war Prag (Kleine Geschichte Prags ).
Sprachen: Tschechisch (63,2 %), Deutsch (36,8 %)

Böhmen gehörte seit 1867 zum cisleithanischen (österreichischen) Teil der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. 1871 beschloss der böhmisch Landtag die Schaffung einer autonomen Verfassung (Fundamentalartikel), was jedoch von der Deutsch-Liberalen-Verfassungspartei abgelehnt wurde. Unter dem konservativen österreichischen Ministerpräsident Eduard Taaffe wurde 1880 Tschechisch neben Deutsch wieder Amtssprache in Böhmen. Jedoch wurden nur Gemeinden mit bedeutendem tschechischen Bevölkerungsanteil zweisprachig verwaltet. 1882 spaltete sich von der damals weitgehend deutschen Karls-Universität eine tschechische ab. Ebenfalls 1882 wurde das Wahlrecht etwas demokratischer, ein Vorteil für die im Durchschnitt etwas ärmeren Tschechen. Seit 1883 hatten sie die Mehrheit im böhmischen Landtag. Da es aber immer noch ein Zensuswahlrecht war, hatte die Stadt Budweis zwar seit den 1880er Jahren eine tschechische Bevölkerungsmehrheit, aber bis zum Ende der Habsburgerzeit einen mehrheitlich deutschen Stadtrat. 1897 erließ der österreichische Ministerpräsident Graf Badeni eine Nationalitätenverordnung für Böhmen und Mähren, nach der dort alle politischen Gemeinden zweisprachig zu verwalten waren. Damit avancierte Tschechisch in beiden Kronländern von einer Minderheitensprache zur Nationalsprache. Daraufhin legten deutsche Abgeordnete den österreichischen Reichsrat lahm. Aufgrund der Boykotte im Parlament und vor Ort musste die Regierung schließlich zurücktreten und 1899 wurde die Nationalitätenverordnung wieder aufgehoben. Seither blockierten die tschechischen Abgeordneten die Parlamentsarbeit in Wien und die deutschen die in Prag. Während die Mischsituation politisch zur Blockade führte, war sie in anderer Hinsicht äußerst produktiv: Böhmen hatte die modernste Industrie unter den österreichischen Kronländern. Die Prager Kulturszene war durch zahlreiche Freundschaften zwischen Deutschen und Tschechen gekennzeichnet. Autoren übersetzten einander in die jeweilige Muttersprache.

     
     
     

 

 

 







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