ÖsterreichUngarn
Österreich-Ungarn

Kronprinz Rudolf

Österreich-Ungarn 1867-1918: Kronprinz Rudolf

Rudolf, Kronprinz von Österreich-Ungarn (* 21. August 1858 auf Schloss Laxenburg; † 30. Januar 1889 auf Schloss Mayerling) war der einzige Sohn von Kaiser Franz Joseph I. von Österreich und Kaiserin Elisabeth und Erzherzog-Thronfolger von Österreich-Ungarn.

Er unternahm zahlreiche Reisen, zunächst in Europa, später auch auf anderen Kontinenten, über die er mehrfach Berichte sowohl unter seinem Namen, als auch anonym verfasste. Darüber hinaus schrieb er eine Enzyklopädie Österreich-Ungarns. Außerdem war Kronprinz Rudolf ein angesehener Ornithologe. Er stand häufig mit seinem Vater in Konflikt, da er mit den Deutschliberalen und den Ungarn sympathisierte.

Auf Druck des Kaisers musste er 1881 Prinzessin Stephanie, Tochter des belgischen Königs Leopold II. heiraten (Irmgard Schiel: Stephanie. Kronprinzessin im Schatten von Mayerling). Sie war gleichzeitig auch Rudolfs Cousine zweiten Grades, da ihre Mutter Marie Henriette aus einer Nebenlinie der Habsburger stammte. Mit seiner Frau war er einige Zeit in Prag, wo es wiederholt zu Auseinandersetzungen kam - die beiden passten einfach nicht zusammen, zumal beide herrschsüchtig, unversöhnlich waren und sich daraufhin schnell entfremdeten. Bereits während der Schwangerschaft seiner Frau vergnügte er sich lieber mit seinen Freunden, mit Champagner und leichten Mädchen. Dies hatte Folgen, denn er steckte sich mit Gonorrhoe an und infizierte auch seine Frau, die aufgrund dessen unfruchtbar wurde. Im Jahr 1883 kehrte er mit seiner Gattin nach Wien zurück. Aufgrund der Erkrankung zog seine Frau Anfang 1886 die Konsequenzen und verbannte den Kronprinzen aus dem gemeinsamen Schlafzimmer. Dadurch trieb sie ihn aber erst recht in Gasthäuser und zu Prostituierten.

Stephanie selber lernte im Frühsommer 1887 auf einer Galizienreise, die sie gemeinsam mit Rudolf unternahm, den 15 Jahre älteren, verwitweten Graf Artur Potocki kennen, mit dem sie eine Affäre einging. Ob Rudolf dies nicht erfuhr oder er es nicht wahrhaben wollte, ist ungewiss. Er hielt sich in einschlägigen Wiener Lokalen auf und lernte so bei Madame Wolf 1886 Mizzi Caspar kennen (Friedrich Weissensteiner: Frauen um Kronprinz Rudolf: Von Kaiserin Elisabeth bis Mary Vetsera). Anlässlich der Geburt ihrer Tochter Elisabeth Marie kehrte das Ehepaar wieder nach Wien zurück.

Die Edelprostituierte wurde am 28. September 1864 in Graz geboren und übersiedelte mit 18 Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter nach Wien. Kurz darauf landete sie – offiziell von Berufs wegen Tänzerin oder Soubrette – in der Prostitution. Rudolf lernte sie durch die Kupplerin Frau Wolf kennen. Für Mizzi Caspar kaufte der Kronprinz ein dreistöckiges Bürgerhaus in der Heumühlgasse 10 (4. Wiener Bezirk), welches als exklusives Liebesnest für die beiden diente. Schmuck- und Geldgeschenke ermöglichten der jungen Frau auch nach dem vorzeitigen Tod ihres Geliebten ein sorgenfreies Leben. In einem Polizeiprotokoll gab sie allerdings später wortwörtlich an: K. R. war impotent und nur dann zum Coitus fähig, wenn er Champagner getrunken hatte. Zitat Neben ihr hatte der Thronerbe allerdings auch noch andere Frauen und Mädchen, mit denen er sich vergnügte, so im Frühsommer 1888 mehrere Wochen lang die Hoteliersgattin Annie Kuranda.

Noch bevor er mit der jungen Vetsera in den Tod ging, schlug er im Dezember 1888 Mizzi Caspar vor, gemeinsam mit ihm Selbstmord zu begehen, sich im Husarentempel bei Mödling zu erschießen, was diese jedoch ablehnte. Sie meldete es zwar dem damaligen Polizeipräsidenten Baron Krauß, allerdings wurde der Liebesdienerin kein Glaube geschenkt und nichts unternommen. In einem seiner Mayerlinger Abschiedsschreiben gab der Kronprinz Anweisung, alles Geld, das sich in seinem Besitz befinde, Mizzi Caspar zu übergeben.

Rudolf litt unter starken Stimmungsschwankungen. Vermutlich nahm er sich in der Nacht vom 29. auf den 30. Jänner 1889 in Schloss Mayerling durch einen Schuss in den Kopf das Leben( Ingrid Haslinger: Rudolf war immer ein guter Sohn - Mayerling war ganz anders: Neue Dokumente und Zeitzeugnisse). Die 17-jährige Baronesse Mary von Vetsera starb ebenfalls dort. Dem Bericht des Arztes zufolge war sie von Kronprinz Rudolf erschossen worden. Ob die Baronesse allerdings tatsächlich durch einen Kopfschuss starb, ist zweifelhaft. Die Wiener Hofärzte obduzierten den Leichnam des Kronprinzen und attestierten eine geistige Verwirrung, wodurch der Kronprinz mit allen kirchlichen Zeremonien beigesetzt werden konnte. Baronesse Mary wurde in das Stift Heiligenkreuz gebracht und auf dem Friedhof der Zisterzienserabtei beerdigt.

Der Verlauf der schicksalhaften Nacht ist bis heute ungeklärt, nachdem die Zeugen ihr Leben lang schwiegen oder widersprüchliche Aussagen machten. Viele Dokumente wurden vernichtet. Der Suizid des Thronfolgers erschütterte das Vertrauen in die habsburgische Monarchie.


     
     
 

 













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